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Know-how: Berührungslos messen mit Messmikroskopen
2012-04-10 | Know-how | Skladnikiewitz, M. ( modified 2012-04-10 | Skladnikiewitz, M. )

 Messung eines Stanzteils mit dem MM 320.

Optische Messtechniken sind in der Fertigung immer öfter im Einsatz. Aus gutem Grund: Das berührungslose Messen geht schnell und ist äußerst präzise. Messmikroskope sind oft der Einstieg in die Welt optischer Messtechnik – bei kleinen Werkstätten genauso wie in der Industrie. Der Messspezialist Mahr bietet mit dem MarVision Messmikroskop MM 320 ein Produkt, dass die Nutzer bei hochgenauen, wiederholbaren Messungen von komplexen Werkstücken aller Materialien direkt in der Fertigung unterstützt. 


Die Qualitätskontrolle in der Fertigung ist im Umbruch - branchenübergreifend: Werkstücke sollen schneller, genauer und zugleich kostengünstiger gemessen werden. Hier setzt das zeitgemäße Konzept der Messmikroskope von Mahr an. Mit ihnen können beispielsweise schnell und fertigungsnah die Abstände von Bohrungen kontrolliert werden, es können Form, Winkel oder Radien von Werkstücken überprüft werden, kleinste Bauteile von Uhren berührungslos gemessen werden oder Leiterbahnen von Platinen betrachtet und vermessen werden. Messmikroskope sind in nahezu allen Branchen im Einsatz: im Maschinenbau oder der Elektrotechnik genauso wie in der Kunststoffindustrie oder Medizintechnik – ja sogar in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie oder in kriminaltechnischen Laboratorien. Doch auch Prüf- und Kalibrierlabore, Forschungseinrichtungen und Ausbildungsstätten setzen auf die Mahr-Messmikroskope, um präzise Messergebnisse zu einen interessanten Preis-Leistungsverhältnis zu erhalten. 


Neue Messdimensionen
Messmikroskope der neuen Generation unterscheiden sich von einem klassischen Mikroskop: Statt wie früher durch ein Okular zu blicken, sieht der Nutzer heute sein Werkstück auf dem Display des angeschlossenen Messrechners. Der große Vorteil eines Messmikroskops gegenüber einem Messschieber oder einen taktilen Messsystem: Es misst optisch. Das beschleunigt zum einen deutlich den Messvorgang und öffnet Türen in neue Messdimensionen. Denn optisches Messen berührt und verletzt das Messobjekt nicht. Auf dem Präzisionsmesstisch mit dem Messbereich 150 x 100 mm können beispielsweise auch elastische Kunststoffteile exakt überprüft werden, die mit einer berührenden Messtechnik nicht gemessen werden können. Neben der Qualitätssicherung von bis zu 15 kg schweren Bauteilen in der Fertigung, werden Messmikroskope auch zur Prüfung von Musterteilen und der Abnahme von Erstteilen vor dem Beginn und in der Serienproduktion eingesetzt. Daneben können auch die Mitarbeiter vom Wareneingang  mit diesem Messgerät die eintreffen-den Waren zuverlässig überwachen und beispielsweise bei einer Lieferung von Schrauben sofort einige Exemplare unter dem Messmikroskop begutachten. Bei Fehllieferungen können mit dem Mikroskop Fotos gemacht und zur Reklamation genutzt werden. In diese Fotos lassen sich die Merkmale des Werkstückes integrieren wie beispielsweise Durchmesser inklusive Position oder Winkel.


Genauigkeit 1,2 µm pro Pixel
Vom manuellen 2-Achsen System bis zum 3-Achsen-System mit automa-tischer Kantenerkennung bietet das MM 320 alle Möglichkeiten für indivi-duelle 2D-Messanforderungen. Die Genauigkeit vom MarVison Messmik-roskop MM 320 beträgt 3µm + Längenabhängigen Fehler. Das heißt kon-kret: Bei der maximalen 94-fachen Vergrößerung ist die Genauigkeit 1,5 µm pro Pixel. Die Messunsicherheit des Systems beträgt 1,2 µm pro Pi-xel.  Allerdings hängt die Exaktheit von der eingesetzten Optik ab. Das Gerät verfügt über eine Navitar 0,7x bis 4,5x Zoom-Optik, die 25 bis 94-fach vergrößert. Optional sind Festobjektive mit 30-, 40-, oder 60-facher Vergrößerung erhältlich. Damit das Werkstück oder das Bauteil sich nicht erwärmt und damit eventuell verformt, wird es mit einem 24-Volt LED-4-Segment beleuchtet – eine neue Qualität der Messsicherheit! Die vier LED-Segmente sind zusammen regelbar und einzeln zuzuschalten oder abzuwählen. Eine hochauflösende CCD-Kamera stellt eine sichere Kon-trasterkennung sicher.


Innovative Schnellverstellung
Um beim Messen mehr Tempo zu bekommen, hat Mahr bei seinen Messmikroskopen verschiedene neue Ideen umgesetzt. So ist es dank einer Laserdiode mit einem roten Lichtstrahl sehr leicht die richtige Messposition zu finden und einzustellen. Selbst eine Messplatte mit etwa hundert Löchern kann so exakt auf dem Messtisch zu platzieren. Exklusiv bietet Mahr bei seinen Messmikroskopen eine Schnellverstellung, so dass das lästige Kurbeln entfällt. Um keine Sekunde für unnötige Wege zu verlieren wird das Messmikroskop direkt in der rauen Produktionsumgebung eingesetzt. So kann das Messgerät beispielsweise direkt neben der Drehmaschine stehen, so dass der Bediener Werkstücke direkt aus der Produktion nehmen kann und sie mit nur 2 Handbewegungen am Messrechner zügig messen kann. Die Bedienung ist so intuitiv einfach, dass zukünftigen Bedienern das Messmikroskop in nur 5 Stunden erklärt ist. Dabei kann jeder Nutzer ganz individuell arbeiten und auch individuelle Programme schreiben.


Bewährter Messrechner QC 300
Das MarVision Messmikroskop MM 320 wird mit dem weltweit bewährten Messrechner QC 300 betrieben – ein ideales Werkzeug für einfache Messaufgaben wie auch für komplexe Anwendungen. Die intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche des hochauflösenden Farbdisplays zeigt, dass einfache Bedienung und mächtiger Funktionsumfang sich wunderbar ergänzen. Der vor Staub und Spritzwasser geschütze Rechner kann selbst mit öligen Fingern über den Touchscreen bedient werden. Die Palette an Video-Messfunktionen reicht von einfachen Messungen über Fadenkreuz, Offset-Fadenkreuz für schwer zu erkennende Kanten, manuelle oder automatische Kantenerkennung und Mehrpunkt-Kantenerkennung. Ein Tastendruck auf „Programmaufnahme“ genügt und der Messrechner merkt sich alle Schritte von regelmäßigen oder umfangreichen Messauf-gaben. Dadurch wird das Messen von Serienteilen noch schneller und komfortabler. Zusätzliches Plus: Nach Aufnahme der Referenzkanten führt der QC-300 den Anwender sogar grafisch und interaktiv durch den Messablauf. So einfach ist Messen im 21. Jahrhundert!

 Messrechner QC 300 mit einem Livebild-Ausschnitt.

Großer Sensorfarbbildschirm
Alle gemessenen Teilmerkmale eines Werkstücks können mit dem Messrechner ganz einfach verknüpft werden, um Maßketten, Schnittpunkte und viele weitere geometrische Aussagen zu bilden. Der große Sensorfarbbildschirm stellt die gefundenen Werte übersichtlich als Zahlenwerte in einer Liste und in grafischer Ansicht dar. Nutzer, die bestimmte Messungen regelmäßig wiederholen, freuen sich über die Möglichkeit auch ohne Programmierkenntnisse Messabläufe einfach aufzunehmen. So können sie Teilserien noch komfortabler und zügig messen. 


Dokumentation der Messdaten
Das MarVison Messmikroskop MM 320 übernimmt in der Regel mehrere Aufgaben: Neben dem Messen, dokumentiert und verarbeitet es die Messdaten. Video-Bilder können jederzeit im jpg-Format abgespeichert werden. Messprotokolle, Messprogramme und Bilder können einfach per USB-Schnittstelle exportiert werden, können auf Wunsch am Rechner mit einem handelsüblichen Drucker ausgedruckt werden und stehen somit für Bericht und Email-Transfer zur Verfügung. Die Messdaten können später zur Optimierung der Qualitätssicherung statistisch ausgewertet und in bekannten Dateiformaten verarbeitet werden. Das Messmikroskop verfügt über ein rückführbares Kalibriernormal. So kann der Nutzer die Qualität seiner Produktion auf einem konstant hohen Niveau halten. 


Beispiel Kunststoffindustrie
Dank dem Zubehör ist das Messmikroskop äußerst flexibel: Prismen, Schraubstock oder drehbare Glasplatten für Winkelmessungen sorgen dafür, dass der Messrechner auf individuelle Messaufgaben angepasst werden kann. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Kunststoff-Produzent überprüft mit dem Mahr-Messmikroskop Winkel an rotatorischen Elastomer-Werkstücken in der Serienproduktion. Dank der neutralen Farbwiedergabe des LED-Rings sind die weißen Bauteile gut auf dem Display er-kennbar. Durch das berührungslose, optische Messen werden die Werkstücke nicht verformt und die Routinemessung dauert weniger als 1 Minute – und die Auswertung der Messergebnisse erfolgt automatisch. Die Mitarbeiter der Qualitätssicherung haben das Messmikroskop und den Messrechner auf einem fahrbaren Werkstattwagen installiert und nehmen so Einzeltests und Serienmessungen in der gesamten Produktion vor. 

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