Es ist bekannt, dass sich unterschiedliche Materialien auf das Temperaturverhalten und damit auf die Messunsicherheit von Messgeräten auswirken. Bei der Konzeption der ULM-Baureihen wurde dieses berücksichtigt.

Zur Korrektur temperaturbedingter Veränderungen des Messgerätes ist deshalb in der Gerätesoftware EKM-W32/NT ein Korrekturprogramm integriert (Nullpunktstabilisierung). Zusätzlich kann die Temperatur des Messobjektes und eines eventuell verwendeten Normales gemessen und das Messergebnis auf 20°C zurückgeführt werden. Dazu notwendige Temperatursensoren sind im Längenmessgerät eingebaut. Deren Messwerte werden durch ein Temperaturmessgerät ausgewertet und online der Messsoftware EKM-W32/NT übergeben.
Das Temperaturmessgerät und die Temperaturfühler sind Bestandteil der Gerätegrundausrüstung. Dieses Konzept gewährleistet, dass wir in der Summe aller (auch nicht thermischer) Fehlereinflüsse eine Längenmessabweichung von MPEE1 = (0,1+L/2000) μm (Messgerät mit erhöhter Genauigkeit) bzw. MPEE1 = (0,3+L/1500) μm (Messgerät mit Standardgenauigkeit) garantieren können. Dabei brauchen wir die Temperaturbedingungen für den Messraum nicht einmal so weit einzuschränken, wie es einige Hersteller derartiger Geräte tun müssen.
Das frühere Gerät ULM 600 besaß diese intelligente Software nicht. Die dort ergriffenen konstruktiven Maßnahmen zur thermischen Stabilität hatten aber ein Grundbett mit geringer Steifigkeit zur Folge. Die neuen Geräte mit Hartgesteinsbetten weisen diesen Nachteil nicht mehr auf, d.h. sie sind wesentlich stabiler, so dass große Messobjektgewichte bzw. Gewichtsunterschiede zwischen einem Messobjekt und einem Normal keinen bzw. wesentlich geringeren Einfluss auf die Messunsicherheit haben. Der Einsatz der Luftlagertechnik ermöglicht dem Anwender die wesentlich schnellere und einfachere Verschiebung des ABBE-Messelementes und der Gegenpinole und damit letztendlich einen Zeitgewinn. Die Luftlagertechnik lässt sich in Verbindung mit Hartgestein wesentlich ökonomischer realisieren als in Verbindung mit Stahl bzw. Guss.
Der Einsatz von Hartgestein ermöglicht dem Messgerätehersteller, wesentlich schneller bzw. überhaupt erst auf spezielle Kundenanforderung, ökonomisch bezüglich individuellen Grundbettlängen zu reagieren. Hartgestein hat ein günstigeres Dämpfungsverhalten. Damit haben Schwingungen, die von außen auf das Messgerät übertragen werden, wesentlich geringeren Einfluss auf das Messergebnis.
Die Wartungsaufwendungen an Hartgesteinsbetten sind wesentlich geringer, da keine Korrosion auftritt. Hartgestein ist rostsicher und säurebeständig. Hartgestein ist elektrisch nicht leitend und unmagnetisch. Wegen der größeren Härte ist Hartgestein verschleißfester als Stahl. Kleinere Beschädigungen der Führungsflächen von Hartgesteinsbetten haben keinen Einfluss auf die Führungsgenauigkeit, da bedingt durch die Steinstruktur nur kleine Linsen ohne Grat ausplatzen.
Bei Metallbetten sind in diesem Falle kostspielige Reparaturen durch Spezialisten erforderlich. Hartgesteinsbetten beinhalten keine im Material eingeprägten Eigenspannungen. Damit bleibt die Grundbettoberfläche in ihrer Form langzeitstabil. Guss unterliegt trotz entsprechender technologischer Behandlung während der Bearbeitung einem Alterungsprozess und bleibt damit nicht formtreu.
Aufgrund der hohen Steifigkeit und Ebenheit der Hartgesteinsgrundbettoberseite können die durch die Messschlitten nicht abgedeckten Bereiche auch für andere Prüfaufgaben (Temperierung von Messobjekten, Einsatz analog eines Messbalkens bzw. einer Messplatte, ....) verwendet werden.
Zusammenfassend wird ersichtlich, dass bei Berücksichtigung der dem Hartgestein innewohnenden physikalischen Eigenschaften bei der Gerätekonstruktion eine Vielzahl von Gründen für den Einsatz auch bei Universallängenmessgerät spricht.